Verein gegen die Diskriminierung von Hund und Halter e.V.

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Siebenjährige von einem Schäferhund angegriffen
und schwer verletzt


Krefeld. Was die kleine Michelle am Samstag in einer Wohnung an der Geldernschen Straße erlebte, wird nicht nur Narben im Gesicht hinterlassen: Als die Siebenjährige mittags einen Klassenkameraden zum Spielen abholen wollte, wurde sie von einem Schäferhund angegriffen und schwer verletzt.

In einer eineinhalbstündigen Operation nahmen sich Chirurgen ihrem entstellten Gesicht an. "Wir wissen aber schon jetzt, dass noch mehrere plastische Eingriffe bevorstehen", so Michelles Großmutter Gertrud Regels.

Es soll nicht das erste Mal gewesen sein, dass der Altdeutsche Schäferhund die Kleine angriff. Bei der ersten Attacke kam das Mädchen mit dem Schrecken davon. Kaum hatte Michelle geklingelt und war ihr die Tür geöffnet worden, sei der Hund - begleitet von der Besitzerin - auf sie losgegangen. Nach Ansicht der Großmutter sei die zuckerkranke Hundehalterin gar nicht mehr in der Lage, Herr über ihr Tier zu werden. Für die blutüberströmte Michelle sei dann ein Taxi gerufen worden, das die Kleine ins Klinikum brachte. "Die Mutter erfuhr erst auf Umwegen, was ihrer Tochter passiert war", empört sich Gertrud Regels.

Noch am gleichen Tag erstattete Michelles Mutter Anzeige bei der Polizei. Die ermittelt jetzt gegen die Besitzer des Hundes, der nach Darstellung von Gertrud Regels steuerlich nicht gemeldet sein soll. Empört ist die Familie dabei über die Aussage, Michelle müsste zur Vernehmung zur Polizei kommen. "Sie steht doch noch unter Schock und kann nicht mal eben für zwei Stunden zu einer Aussage das Krankenhaus verlassen", so die Großmutter.

Das muss Michelle auch nicht, denn dies sei keineswegs die übliche Vorgehensweise der Polizei, so Sprecher Dietmar Greger. Möglicherweise sei es bei der Anzeigeerstattung zu einem Missverständis gekommen. Greger bestätigte, dass die Polizei Ermittlungen aufgenommen und das Mädchen schwere Verletzungen davongetragen habe. Zunächst müsse aber die Hundehalterin gehört werden, bevor man zum Hergang eine Aussage treffen könnte, erklärte er auf WZ-Anfrage.

Westdeutsche Zeitung, 21.02.01



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